Lydia Haider: mein und aber / Anus ohne Schließmuskel / oder: Zu gehen auf dem Weg der Gerechtigkeit / > eine logische Oper – ein logisches Opfer <

Ein Übermaß an Bildern, ein Über an Sprach, ein Über an Sprachbildern, verdichtet zur Unerträglichkeit, solch sich in der aktuellen Welt ergießt über und auf den Mensch, der sich nicht (mehr) weiß – das ist dieser Text. Was ist, dreht sich um und tut das in einer unnachvollziehbaren Schimpftirade entgegen dessen, was eben passiert (Faschistische Wende), und in der nicht mehr klar ist, wer hier überhaupt gemeint ist und wer spricht. Es geht um jeden und dennoch um nichts im Angesicht des („moralischen“) Untergangs: Faschisten, Bildungsbürger*innen, Sprachnazis, wohlfeile Denkschweine, Widerständige, Linksintellektuelle, Gläubige, egal. Es geht allein um den Duktus: Wie Wespen im Herbst, die unbedingt noch stechen wollen, bevor sie sterben. So wie die gegenwärtigen Zustände des Weltgeschehens ebenso Verhaltensweisen von Menschen hervorbringen, die einem solch irrationalen Stechverhalten im Angesicht eines drohenden Kollaps oder Untergangs gleichen. Und am Ende wird klar: Wir alle sind die, die im Moment Grenzen überschreiten, auf allen Ebenen. Der Faschismus ist (bald) da und wir alle sind dieser und in diesem.

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