Giuliano Lozzi: „Ein Zentrum mit Peripherie“. I percorsi al femminile nell’opera saggistica di Margarete Susman

Dissertation

Die Arbeit setzt sich mit der Bedeutung der Form Essay in der Literatur der Frauen des 20. Jahrhunderts auseinander und geht davon aus, dass in der Geschichte des Essays die Frauen nur eine marginale Rolle gespielt haben, besonders im deutschsprachigen Raum, in dem selbst die ›männliche‹ essayistische Literatur relativ spät entstand. Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht also die Analyse der literarischen Gestaltung des Essays bei Margarete Susman und die Bestimmung des Verhältnisses zwischen der Form und den Themen ihrer Prosa. Ein ganz spezifischer Blick wird auf die Frage der Schreibform geworfen, die aus dem Blickwinkel der feministischen Theorie von Luce Irigaray, Hélène Cixous und Julia Kristeva betrachtet wird.

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13.5.2020

Zoe Hackenberg: Die öffentliche Autorin. Digitale Inszenierungspraktiken bei Elfriede Jelinek und Stefanie Sargnagel

Masterarbeit

Die vorliegende Arbeit behandelt die Internetpräsenzen der beiden Autorinnen Elfriede Jelinek und Stefanie Sargnagel und fragt nach ihrer Konstruktion und Funktion. Ziel ist nicht, die beiden Schriftstellerinnen zu vergleichen, sondern zwei Exempel aufzuzeigen, was das Internet für Literaturschaffende leisten kann. Dabei stehen die Selbstinszenierungen und die Inszenierung von Autorschaft im Zentrum der Analyse, da beide Autorinnen in der Öffentlichkeit vor allem auf ihre vermeintliche Persönlichkeit reduziert werden, ihr Werk dabei in den Hintergrund rückt und es den Anschein macht, als würde diese Art der Rezeption sowie das Internet als Medium gleichzeitig zu einer intensiveren Selbstreflexivität im Schreiben führen. Bei der Untersuchung werden die medienspezifischen Eigenheiten der Internetpräsenzen erarbeitet und anschließend anhand von ausgewählten Textstellen und Interviews die digitale Inszenierung im Hinblick auf das erzeugte Autorinnenbild erfasst. Als grundlegender theoretischer Rahmen wird das Thema Autorschaft in der Literaturwissenschaft aufgezeigt sowie auch ökonomische und soziale Aspekte von Autorschaft beleuchtet. Der Inszenierungsbegriff nach Erika Fischer-Lichte fungiert dabei als Leitbegriff, da nicht nach der Authentizität der Inszenierung gefragt werden soll, sondern sich das Forschungsinteresse auf die Selbst- und Fremdbilder konzentriert, die immer konstruiert sind.

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17. März 2020

Christiane Rügheimer: „Das Theater darf viel. Das darf es nicht.“ Eine Analyse der Rezeption von Behindertentheater im deutschsprachigen Raum.

Hausarbeit

„Das Theater darf viel. Das darf es nicht.“ So resümiert Gerhard Stadelmaier 1985 seine Rezension der Aufführung von George Taboris Stück M nach Euripides zum einhundertsten Jubiläum der Münchener Kammerspiele. Die Rolle des behinderten Kindes wird in diesem Stück von dem im Rollstuhl sitzenden, körperlich behinderten Peter Radtke gespielt. Eine Besetzung, die gemeinsam mit dem Inhalt des Stückes an sich, einen Skandal auslöste. Stadelmaier meint dazu: „[…] Ursula Höpfner und Arnulf Schumacher sind rezensierbar, Peter Radtke, welcher den Sohn spielt, ist es nicht. […] [A]ls könnten nur Behinderte Behinderte spielen. […]“. Mit seiner Kritik rekurriert Stadelmaier auf den Diskurs in der Tradition Johann Christoph Gottscheds. Dieser forderte in seiner Theaterreform (im Jahr 1737) streng mimetisches und illusionistisches Theater als oberste Priorität, sowie strenge Zivilisierung und Körperdisziplinierung auf der Bühne. Für clowneske Possenreißer-Figuren wie den aus der italienischen Commedia dell‘arte stammenden Harlekin ist nach Gottscheds Auffassung auf der Theaterbühne kein Platz. Zwar übt Gottsched massive Kritik am Spott über Behinderte, verknüpft diese aber gleichzeitig mit deren Exklusion (von der Theaterbühne). Urte Helduser postuliert unter Berufung auf Claudia Gottwald, dass sehr lange Zeit der Impuls vorherrschte, „das Theater von allem Regellosen, Grotesken, Unzivilisierten und Undisziplinierten zu reinigen“. Woher stammt dieser Impuls, was genau impliziert er und warum? Und schließlich: Existiert er in der heutigen (postmodernen) Zeit weiterhin unverändert? Diesen Fragen soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden. Nach einer kurzen Skizze der wissenschaftlichen Disziplin der Disability Studies wird die Entwicklung des Theaters mit behinderten Menschen umrissen, um schließlich den Schwerpunkt auf die Frage nach deren „Rezeption“ im Allgemeinen und auf der Theaterbühne im Besonderen zu legen.

Hierfür sollen drei Theaterprojekte exemplarisch untersucht werden: Elfriede Jelineks Burgtheater, George Taboris M nach Euripides, sowie das Schweizer  Behindertentheaterprojekt Theater HORA. Dabei sollen insbesondere Fragen nach Wahrnehmung, Ästhetik und Normvorstellungen des ‚Körpers‘ an sich im Sinne der Disability Studies diskutiert werden. Zum Schluss sollen in einer abschließenden Zusammenfassung erneut die wichtigsten Erkenntnisse resümiert werden.

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22.10.2019

Paula Pankarter: Weiblichkeitsmythen in Elfriede Jelineks „Prinzessinnendramen“

Bachelorarbeit

Mit Der Tod und das Mädchen I – V. Prinzessinnendramen inszeniert Elfriede Jelinek das Thema Weiblichkeit als einen Mythos, der die Wahrnehmung und damit auch die Position von Frauen in unserer Gesellschaft entscheidend prägt. Folgende Arbeit geht der Frage nach, welche Weiblichkeitsmythen Jelinek in Der Tod und das Mädchen I – V auf die Bühne bringt und was diese Mythologisierung für die Frau bedeutet. Die Prinzessinnendramen sollen darauf hin untersucht werden, welche Konstruktionsprinzipien dem Weiblichkeitsmythos zu Grunde liegen und welche Auswirkungen dieser Mythos auf den Status und das Verhalten von Frauen hat.

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26.9.2019

Marlene Pichler: „frühling“ als Anti-Pornografie. Ein Gedicht von Elfriede Jelinek

Seminararbeit

Die vorliegende Arbeit unternimmt eine textnahe Analyse des Gedichts frühling. Es wird die Vielschichtigkeit des Gedichts aufgezeigt, indem Brüche, Neologismen und die Textstruktur untersucht werden. frühling deckt geschlechterbezogene Machtverhältnisse auf und behandelt insbesondere sexualisierte Gewalt. Hier liegt ein Fokus auf Märchen als intertextuelle Referenzen, die den Bedeutungsraum des Gedichts erweitern. Die zentrale These der Arbeit ist, dass frühling als Anti-Pornografie gedacht werden kann, was eine explizite Abgrenzung von einem und Subversion eines männlichen „Wert- und Normensystem“ bedeutet. Mit der Anwendung dieses Begriffs, der vor allem in den späten 80er Jahren laut wird, auf frühling aus den späten 60ern ist ein Diskurs eröffnet, in dem Jelineks Gedichte neu und abseits von Zuschreibungen der „Geschwätzigkeit“ und „Epigonalität“ (Spanlang 1992) in ihr Gesamtwerk einzuordnen sind.

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10.7.2019

Sabrina Weinzettl: „Das hat Gott getan!“ Gewalt im Namen Gottes? Elfriede Jelineks „Wut“

Masterarbeit

Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht die Frage nach dem Verhältnis von Gewalt und Religion in Elfriede Jelineks Theatertext Wut (2016). Der Fokus liegt dabei besonders auf den Kontexten und Intertexten, die von Jelinek in den Text eingebracht und die hinsichtlich der Verhandlung des Themas befragt werden. In Wut finden sich konkrete Bezugnahmen auf die Terroranschläge von Paris im Jahr 2015, die mit Wolfgang Hallets Methode der Kontextualisierung im Abgleich mit der Berichterstattung zu den Anschlägen analysiert werden. Ausgehend von diesen Bezügen nimmt die Arbeit das Verhältnis zwischen Menschen und ihren Göttern in den Blick, das in Wut als ein von Gewalt geprägtes erscheint. Dies zeigt sich im Text im Aufdecken des inhärenten Gewaltpotenzials religiöser Ermächtigungsstrategien. Die Mechanismen der Instrumentalisierung von Ideologien offenbaren sich in Wut aber auch außerhalb des religiösen Kontextes, nämlich in Strukturen und Hierarchien des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Im Aufrufen verschiedenster Gewalteskalationen, die von den Terroranschlägen in Paris, über den Genozid von Ruanda bis hin zum Holocaust reichen, zeichnet Wut Gewalt als ein die menschliche Kultur durchdringendes Phänomen. Die Gewaltthematik wird unter Heranziehung zweier zentraler Gewalttheorien, Johan Galtungs Überlegungen zur strukturellen Gewalt sowie René Girards Mimesis-Theorie, beleuchtet.

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4.7.2019

Informationen zu Sabrina Weinzettl

Tomoko Fukuma: Die österreichisch-jüdische Gegenwartsliteratur. Die aktuelle Lage der jüdischen Kultur in Wien

Forschungsprojekt
(Stipendium Grant-in-Aid for Scientific Research, April 2019 – März 2020)

Das vorliegende Forschungsprojekt, mit dem ich mich seit 2017 mit der Unterstützung von JSPS befasse, zielt darauf ab, die Entwicklung der österreichisch-jüdischen Kultur in Wien von den 1980er Jahren bis zur Gegenwart, insbesondere auf literarischem Feld, zu erfassen. Seit den 80er Jahren, wo Österreich anlässlich der Waldheim-Affäre endlich den Blick auf die eigene nationalsozialistische Vergangenheit als Mittäter des Verbrechens richtete, fingen die österreichischen AutorInnen jüdischer Herkunft an, die Kritik an Österreichs Verdrängung der NS-Zeit zu üben und zugleich die tiefe Reflexion auf die eigene Identität in den literarischen Werken darzustellen. Dazu zählen unter anderem AutorInnen wie Robert Schindel (1944-), Robert Menasse (1954-), Doron Rabinovici (1961-) und Elfriede Jelinek (1946-).
Das zentrale Thema und die Töne des Werkes dieser AutorInnen sind zwar ihrer Biographie und der Einstellung zum Judentum gemäß ganz vielfältig, aber ihren Texten liegt die gemeinsame Intention zugrunde, das stereotype oberflächliche Schema zwischen Täter und Opfer, KZ-Überlebenden und deren Kindergeneration sowie Juden und Nichtjuden einmal zu dekonstruieren und erneut den wahren Sachverhalt mittels innovativer literarischer Form zu präsentieren; es ist z.B. Robert Schindels Werken gelungen, durch die zahlreichen fiktiven aber schonungslosen Gespräche zwischen den Romanfiguren das fixierte Verhältnis zu verfremden. Bei Jelinek fällt die ganz komplizierte Intertextualität auf, durch die der Prätext in einen anderen Kontext transportiert und dessen verborgene Aspekte erschlossen werden.
Es ist geplant, bei meiner Forschung das Wesen, das im engen Zusammenhang mit der äußerlichen politischen sowie gesellschaftlichen Ereignissen stehen muss, durch die Textanalyse herauszufinden und die weitere Entfaltung ihrer Poetik zu verfolgen.
Außer den literarischen Werken will ich auch die Filme von Ruth Beckermann, das Theater Nestroyhof HAMAKOM am Nestroyplatz und die Aktivitäten der „Israelitischen Kultusgemeinde Wien“ als einen wichtigen Bestandteil der gegenwärtigen jüdischen Kulturszene behandeln. Ich plane, den Teil dieser Forschung als wissenschaftliche Abhandlungen in deutscher Sprache und das ganze als Buch in japanischer Sprache zu veröffentlichen.

Informationen zu Tomoko Fukuma