Tatjana Griessler: Verschlingen, Verputzen, Versteckerln und Vergessen. Gesellschaftskritik auf sprachlicher Ebene in Nestroys „Häuptling Abendwind“ und Jelineks „Präsident Abendwind“

Master-Seminararbeit

Bei der Lektüre von Johann Nestroys Häuptling Abendwind und Elfriede Jelineks Adaption Präsident Abendwind fiel von Anfang an die in beiden Werken intensiv präsente Gesellschaftskritik ins Auge. In diesem Zusammenhang beeindruckte insbesondere die Eindringlichkeit, mit der die kritisierten Missstände in beiden Stücken deutlich gemacht werden wie auch der Aspekt, dass sich die Kritik an den beanstandeten Verhältnissen größtenteils auf sprachlicher Ebene manifestiert. In diesem Zusammenhang stellte sich die Frage, durch welche sprachlichen, aber auch sprachkomischen Verfahren Elfriede Jelinek und Johann Nestroy – welche beide für ihre Sprachkritik bekannt sind – diese Intensität der Wirkung hervorrufen.
Die vorliegende Arbeit setzt sich aus diesem Grund zum Ziel, einerseits Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich der Themen von Gesellschaftskritik in den beiden Stücken Häuptling Abendwind und Präsident Abendwind zu untersuchen. Darüber hinaus soll in einer detaillierten sprachlichen Analyse geklärt werden, welche sprachlichen und auch sprachkomischen Verfahren Jelinek und Nestroy in ihren Stücken einsetzen, um ihre gesellschaftskritischen Anliegen sinnfällig zu machen. Zudem soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern sich die sprachlichen Verfahren, welche Johann Nestroy und Elfriede Jelinek für die Gesellschaftskritik nutzen, gleichen bzw. unterscheiden.
Zu diesem Zweck soll zunächst untersucht werden, welche gemeinsamen Elemente sich ganz allgemein in den Werken Jelineks und Nestroys ausmachen lassen. Nach einer kurzen Erläuterung der Entstehungsgeschichten der beiden Stücke und einer bündigen Darstellung des jeweiligen Inhalts wird sich die vorliegende Arbeit der ausführlichen Analyse der in beiden Stücken eingesetzten sprachlichen Mittel widmen, wobei insbesondere darauf Wert gelegt werden wird, durch welche Mittel der Effekt einer besonderen Eindringlichkeit der Darstellung erreicht wird.

6.6.2019

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Susanne Teutsch / Ramón Mañes: „vor meiner tönernen tonstimme“ Elfriede Jelinek, afinidades.

Con mi ponencia quisiera utilizar el poema mourez parmi la voix terrible de l’Amour! (verlaine) como enlace entre Jelinek y tres artistas austriacas para, por un lado contextualizar los poemas temporal y temáticamente así como, por otro lado, demostrar la labor intertextual e intermedial del proceso creativo de Jelinek.
En primer lugar me gustaría comenzar con lo que hasta ahora se ha dicho sobre los poemas de Jelinek. La autora es hoy en día más conocida por su obra épica y dramática. Sin embargo, las poesías representan su entrada en la escena literaria a finales de los años 1960. En el ensayo Schreiben müssen („Tener que escribir“) (2003) recuerda Jelinek a Otto Breicha [con motivo de su fallecimiento] – que por aquel entonces era el director de la Sociedad Austriaca Literaria [Österreichischen Gesellschaft für Literatur] –:

Le envié [a Breicha] un paquetito de poemas. Yo, aún desorientada y dando bandazos entre las posibilidades del lenguaje, así y todo había leído lírica expresionista e intentaba imitarla, sobre todo a August Stramm. Breicha supo enseguida detectar esto con esa mirada irónica y burlona suya que sobresalía por encima de la montura de sus gafas. En cualquier caso, debió de ver algo más que Stramm, Ehrenstein y Lasker-Schüler en mis insignificantes poemas (algo que, siendo sincera, yo misma todavía hoy no encuentro. A parte de imitaciones, no veo nada más).

Aunque en esta cita Jelinek menosprecia su obra lírica y la reduce a una burda imitación, al mismo tiempo está declarando el sistema de trabajo que distingue fundamentalmente su obra. Y es que Jelinek parte de la imitación para crear sus juegos inter-textuales, con los que de manera muy variada y original conecta textos, estilos, autoras y autores unos con otros.

21.11.2019

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Alemán: Susanne Teutsch: „vor meiner tönernen tonstimme“ Elfriede Jelinek, Verwandschaften.

Susanne Teutsch: „vor meiner tönernen tonstimme“ Elfriede Jelinek, Verwandtschaften.

In meinem Vortrag möchte ich anhand des Gedichts mourez parmi la voix terrible de l’Amour! (verlaine) Bezüge zwischen Jelinek und drei anderen österreichischen Künstlerinnen herstellen, um einerseits die Gedichte zeitlich und thematisch zu kontextualisieren, und andererseits Jelineks intertextuelle und transmediale Arbeitsverfahren zu demonstrieren.
Und ich möchte mit dem beginnen, was bisher über Jelineks Gedichte gesagt worden ist. Obwohl sie heute vor allem für ihr episches und dramatisches Werk bekannt ist, sind ihre Gedichte in den späten 1960er Jahren Jelineks Eintritt in die österreichische Literaturszene. In dem Essay Schreiben müssen (2003) schreibt sie über den damaligen Leiter der Österreichischen Gesellschaft für Literatur Otto Breicha:

ich hatte ihm [Breicha] einen kleinen Packen Gedichte geschickt, noch total orientierungslos herumtaumelnd in den Möglichkeiten der Sprache, na, immerhin hatte ich expressionistische Lyrik gelesen und versucht, sie nachzuahmen, vor allem August Stramm, das hat mir der Breicha auch gleich nachgewiesen, mit ironisch-amüsiertem Blick über den Brillenrand, aber außer Stramm, Ehrenstein und der Lasker-Schüler muß er wohl noch etwas anderes in meinen armseligen Gedichten gesehen haben (etwas, das ich heute in ihnen nicht sehe, ehrlich gesagt, außer Nachahmungen sehe ich überhaupt nichts in ihnen).

Obwohl Jelinek ihr Werk in diesem Zitat so geringschätzig kommentiert und es auf reine „Nachahmung“ reduziert, benennt sie damit das Verfahren, das ihre Arbeitsweise grundsätzlich kennzeichnet. Die Nachahmung – das Imitieren und Kopieren – entwickelt sie zum intertextuellen Spiel, in dem sie auf vielfältige und originelle Weise Bezüge zu andere Texten, AutorInnen und Formen herstellt.

21.11.2018

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Spanisch: Susanne Teutsch / Ramón Mañes: „vor meiner tönernen tonstimme“ Elfriede Jelinek, afinidades.

Jinsong Chen: From Wagner to Brecht: An Aesthetic Analysis of Elfriede Jelinek´s „Rein Gold“

Elfriede Jelinek’s stage-essay Rein Gold, a contribution to the 200th anniversary of Wagner’s birth, has been brought onto stage twice by the German director Nicolas Stemann: first as a six-hour improvised scenic reading in Prinzregententheater München in 2012 and then as a music theater at the Berliner Staatsoper (in Schillertheater) two years later. In both its literary and theatrical form, Rein Gold communicates strong political and aesthetic affinities with Richard Wagner and Bertolt Brecht. In this paper I will examine Brechtian and Wagnerian references within a postdramatic context and argue that the ultimate goal of both writer and director, while applying Brechtian techniques as a means to dislocate Wagner’s familiar theme and voice of the Ring, is to make them totally “EPIC.”

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19. September 2018

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Bastian Zwölfer: Elfriede Jelinek und der „scharfe jüdische Witz“. Über das Zerlachen des kapitalistischen Unsinns in dem Theatertext „Die Kontrakte des Kaufmanns. Eine Wirtschaftskomödie“

Diplomarbeit

In dieser Arbeit geht es um den „scharfen jüdischen Witz“ und den „jüdischen Tonfall“ dieses Witzes in den literarischen „Textflächen“ von Elfriede Jelinek, welcher anhand des Theaterstücks Die Kontrakte des Kaufmanns gezeigt werden soll. Da es zu diesem Thema noch keine umfangreiche Forschung gibt, soll primär von einigen Interviews ausgegangen und mithilfe der Aussagen der Autorin diesem Witz nachgeforscht werden. Die Interviews selbst werden dabei als eine eigene literarische Gattung angesehen; als eine spezifische Form der jelinekschen Textflächen.
Es wurde bewusst keine Rücksicht auf das Erscheinungsjahr der Interviews gelegt, um zu zeigen, dass der jüdische Witz sowie ihr „übersteigerter Moralismus“ eine konstante Bedeutung zu haben scheinen.
Da sich Jelinek in diesen Interviews oft auf den „jüdischen Witz“ beruft, soll dieser also den Schwerpunkt der Arbeit einnehmen und dann in der Wirtschaftskomödie gezeigt und erklärt werden. Neben den öfteren Hinweisen auf diesen Witz, fällt aber in den Interviews noch Jelineks ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit auf, der hier als die Kehrseite ihrer „scharfen“, „kastrierenden“ Komik angesehen wird. Die Grundüberlegung in diesem Zusammenhang war, dass Jelineks Hass auf die gelebte „Pseudo-Humanität“ (in Österreich) ein enormer Anspruch, eine Sehnsucht nach „wahrer“ Gerechtigkeit innewohnt, die als das Fundament ihrer „atheistisch-religiösen“ Haltung angesehen werden kann. Dies ist auch der Grund, weswegen Jelinek die Alltagsmythen des Kapitalismus „kastriert“ beziehungsweise „zerlacht“. Getragen wird die ganze Arbeit von den Gedanken Paul Feyerabends, der mit seiner „pluralistischen Methodologie“ eine gute Herangehensweise für die Auseinandersetzung mit dem Thema bietet. Des Weiteren wird mit den Überlegungen von Erich Fromm und Michel Foucault gearbeitet.

27.8.2018

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Wafaa Said Zoueid: Über die Écriture feminine am Beispiel von Elfriede Jelineks Romanen „Lust“ (1989), „Gier“ (2000) und „Neid“ (2008). Eine dekonstruktivistische Textanalyse

Dissertation

Abstract

Die geplante Dissertation bearbeitet die Romane der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek Lust (1989), Gier (2000) und Neid (2008) anhand der Theorien der Vertreterinnen der Écriture féminine, Hélène Cixous, Luce Irigaray und Julia Kristeva.
Von Kritikern, aufgrund ihrer Titel als „Todsündenromane“ bezeichnet, werden diese drei Romane als Teil eines Zyklus betrachtet, die die biblischen sieben Todsünden thematisieren. Die Hauptfiguren in den Romanen sind mit besonderen Charaktereigenschaften gekennzeichnet, die als Ursachen von Todsünden zu betrachten sind, hier also Lust, Gier und Neid.
Die vorgeschlagene Arbeit geht der Frage nach, inwiefern die bearbeiteten Romane von Elfriede Jelinek die Ansichten und Konzepte der Literaturtheorie Écriture féminine widerspiegeln. Diese Konzepte sind das weibliche Begehren, die weibliche und die männliche Ökonomie, Subjektivität und Gesellschaft, die Dialektik von Körper, Sprache und Gesellschaft, sowie auch Identität und Selbstidentifikation.
Mit einer einzigartigen Sprache versucht Elfriede Jelinek die patriarchalische Gesellschaft und die starke Macht der ungerechten sozialen Ordnung darzustellen. Ihre Sprache spielt eine besondere Rolle bei der Enthüllung der sozialen Umstände der modernen Zeit und der Darstellung der Unterdrückung der Frau.  Daher werden die Romane anhand der Methode der Dekonstruktion analysiert.

6.8.2018

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Jinsong Chen: Betrug an Mozart Alteritätsdiskurs und Dekonstruktion der Gender-Perspektive in „Raststätte oder Sie machens alle“ (1979)

Forschungsprojekt
(für den Nachwuchsworkshop 2018)

In Form der klassischen Komödie verweist Elfriede Jelineks Theaterstück Raststätte oder Sie machens alle mit parodierenden Elementen auf Mozarts Opera buffa Così fan tutte (Libretto von Da Ponte). Das Stück handelt von zwei Frauen, die mit fremden Männern ein tierisches, sexuelles Abenteuer erleben wollen. Das Treffen mit ihren als Elch und Bär verkleideten Ehemännern auf der dreckigen Toilette der Autobahnraststätte als einem Ort, der die Zivilisation symbolisiert, enttäuscht die beiden jedoch.
In Mozarts Oper verkleiden sich zwei italienische Männer als ausländische Adelige, um ihre Bräute auf ihre Treue zu testen. Ihre Andersheit als ethnische Fremde wird von der ausländischen Verkleidung sowie der Änderung ihrer Namen reflektiert. In Raststätte übernimmt Jelinek die Idee der Entfremdung des Individuums, lässt aber die Männer ihr eigenes Anderes als tierische Gestalt repräsentieren. Dabei konstruiert die Autorin eine Dichotomie von Menschlichkeit und Unmenschlichkeit, um das innere animalische Selbst/ICH der Menschen zu entlarven und die verfremdete Menschheit zu kritisieren. Außerdem ändern sich in Raststätte die Position und die damit verbundenen Rollen der Geschlechter. Im Gegensatz zu Mozarts Frauenfeindlichkeit sind die Frauen bei Jelinek Subjekte ihrer eigenen Lust anstatt erotische Objekte der Männer, während die Männer als entfremdete Subjekte zu den Objekten des aktiven Begehrens ihrer Frauen werden.
Dem Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit liegt vor allem Jelineks Beschäftigung mit Mozart in Bezug auf Fremdenfeindlichkeit und künstlerische Ausgrenzungstendenzen zugrunde, womit sich die Autorin in ihrem kurzen Essay Neujahr (2006) intensiv auseinandersetzt. Mittels eines metatheatralischen Codes versuche ich herauszufinden, wie Jelinek mit der subversiven Sprache, einer feministischen Perspektive sowie komischen Elementen über Mozart in die Gegenwart weist, um ihre politischen, philosophischen und künstlerischen Standpunkte auszudrücken. Dabei steht nicht nur der aus der veränderten Gender-Perspektive entstehende Alteritätsdiskurs im Kontext der Postmoderne im Mittelpunkt, sondern es wird die über den Weg der Sprachkunst/Künstlichkeit vermittelte Xenophobie – Angst vor sich Selbst und Angst vor der Fremdheit –in der österreichischen zeitgenössischen Kultur diskutiert.

24.7.2018

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