Ann Schroeder: „Sie schaut auf den reinen Mangel.“ Erikas Suche nach dem weiblichen Phallus in Jelineks „Die Klavierspielerin“

Seminararbeit

Die Arbeit befasst sich mit Erika Kohuts Ergründung der (eigenen) Weiblichkeit, die explizit als Suche nach dem Phallus der Frau gedeutet wird. Dabei geht es primär um die Darstellung der Voyeurin Erika, die ihre voyeuristischen Neigungen als Methode zur Identifizierung des Weiblichen nutzt. Hierbei wird untersucht, welchen Blick Erika auf die Weiblichkeit richtet, zu welchen Erkenntnissen sie kommt und welche Konsequenzen dies für ihr Selbstbewusstsein als Frau hat.
Darüber hinaus werden Erikas „Abhängigkeitsbeziehungen“ zu ihrer Mutter und zu Walter Klemmer analysiert, welche sich als Konstrukt von Herr und Knecht, von Herrschen und Beherrscht-Werden beschreiben lassen. Für die Ergründung der Weiblichkeit wird herausgestellt, dass

  1. Erikas masochistische Handlung den Versuch der Entmystifizierung des eigenen Körpers versinnbildlicht, was schlussendlich jedoch nicht gelingt.
  2. Erikas Sadismus die Befriedigung ihres Voyeurismus erzielt.

Das “Rätsel der Frau“ bleibt für Erika Kohut ungelöst, sodass sie die Frau und damit auch sich selbst immer nur als defizitäres Wesen erkennen muss.

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16.1.2015