Laura Ritzenfeld: Protagonistin Sprache. Betrachtung der Theaterästhetik in Elfriede Jelineks Theatertexten ausgehend von der Inszenierung „Nora3“ am Wiener Volkstheater

Bachelorarbeit

Jelinek gestaltet ihre Theatertexte, indem sie der Sprache als Protagonistin die Hauptrolle zuschreibt. Die Frage stellt sich, ob ihr sprachzentrierter Zugang mit der herkömmlichen Idee des Theaters bricht und ob Sprache allein für die Bühne ausreicht. Sind Jelineks Theatertexte überhaupt noch Theater?
Die Arbeit begibt sich auf die Suche nach der Theatralität in Jelineks Theatertexten Was geschah nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder: Stzützen der Gesellschaft und Nach Nora. Anlass bot dazu die Inszenierung von Nora3 (Regie: Dušan David Pařízek) am Wiener Volkstheater, welche am 12. September 2015 Premiere feierte.
Besonders die Darstellung der Figuren, deren Dialogizität beziehungsweise deren Unfähigkeit dialogisch miteinander zu interagieren, sowie die Bildung von Textflächen und die Entmystifizierung von Emanzipation und Kapitalismus werden anhand hermeneutischer Methoden diskutiert.
Die herkömmliche Idee von Theater wird von der Autorin dekonstruiert: Ihre Sprache bildet das Zentrum, bleibt nicht länger nur Gerüst, während die Handlung nebensächlich wird. So schafft Jelinek durch Sprache, die sich losgelöst vom Sinn durch Klang und Rhythmus auszeichnet, eine neue und unabhängige Theatralik.

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28.4.2016