Michael Schmidt: Macht und Simultanität in Elfriede Jelineks Theaterstück „Clara S. musikalische Tragödie“

In ihrem Theaterstück Clara S. musikalische Tragödie geht Elfriede Jelinek den Strukturen der Macht nach. Diese erscheinen nicht zielgerichtet, sondern ergeben sich aus einem Zusammenwirken von Sprache und Körpern. Das Stück geht den Verkettungen der Macht nach, um diese offenzulegen. Dies unternimmt das Stück dadurch, dass es einen „geschichtsleeren“ Raum erzeugt, in dem es zu einer Simultanität des fiktiven und historischen Geschehens kommt. Die sonst verborgenen Machtstrukturen treten in diesem Verfahren an die Oberfläche. Die Sprache Jelineks nimmt diese Strukturen in sich auf, um sie unmöglich werden zu lassen.

28.7.2016

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