Elfriede Jelinek hat – ob sie es nun will oder nicht – längst Eingang in den Deutschunterricht gefunden. In den gängigen Literaturgeschichten für die Schule ist sie mit ihren Texten vertreten, zum einen als Vorzeigedame für Frauenliteratur im besten Sinne (Schacherreiter 2005a, S. 366-370; Rainer 2005, S. 184f; Killinger 2002, S. 288-291), zum anderen als Dramatikerin in der Tradition eines politisch-aufklärerischen Theaters (Schacherreiter 2005b, S. 58-68; Rainer 2005, S. 496-498; Killinger 2002, S. 288-291). Weiterlesen
Autor: Elfriede Jelinek-Forschungszentrum
Karin Hochradl: Reflexionen über Elfriede Jelineks „Neid“
Aspekte einer werkimmanenten sowie
grundsätzlichen Disponierung eines musikalischen Diskurses
Elfriede Jelineks erster Abschnitt ihres neuen Romans Neid entspricht einer kontinuierlichen, bipolar konzipierten Annäherung an den Themenkomplex Musik, indem anfänglich primär kommerzielle Faktoren sowie zeitgeistige Aspekte thematisiert und schließlich pädagogisch-didaktische, mitunter autobiographisch konnotierte Inhalte integriert werden. Weiterlesen
Irene Suchy: Am Ende komponiert sie
Jetzt gibt es den Roman für sie – die Geigenlehrerin. Ein Roman der Nichtswürdigkeit. Es durfte ihr Roman nicht werden. Sie kommt im Titel nicht vor.
Sie ist nicht einmal Geigenspielerin geworden, geschweige denn Geigerin, nur Geigenlehrerin. Es ist der Roman der Nachfolgerin, der Wasserträgerin, der Hüterin und Weitergebenden, die nicht hinzufügen darf, die das Vorhandene auf niedrigem Niveau verwalten soll, nicht verenden lassen soll, der man das Unterrichten, aber nicht das aktive Reproduzieren zutraut. Weiterlesen
Ute Nyssen: Zu NEID, Geschenk von Elfriede Jelinek
Die Lektüre von NEID setzt bei mir als Rezipientin eine gewisse Spontaneität frei, den Wunsch, naiv und unzensiert meine Reaktionen aufzuschreiben. Aber dann arbeitet doch schnell wieder die Schere im Kopf, die lebenslange kritische Lektüreschulung; und übrigens, obwohl der gutgelaunte Text der Autorin E.J. auf den ersten Blick Spontaneität ausstrahlt und vor allem initiiert, regiert auch dort selbstverständlich die Schere (trotz Internet), die lebenslange Schreibschulung nämlich. Weiterlesen
Christiane Zintzen: Arbeit am Alibi
Die Autorin stellt einen Text ins Netz und wirft ein Netz darüber: Das ist ein PRIVATROMAN. Blickt durch die Maschen am WWW-Draht und deklariert: Hier beginnt der Zoo der Wörter, Sätze und Gestalten: No trespassing. Nicht füttern und nicht berühren! Noli me tangere, denn die Genannten sind sämtlich Fleisch von meinem Fleisch, Geist von meinem Geist. Blümlein Rührmichnichtan,Touch-me-not, Mimosa pudica. Weiterlesen
Erna Pfeiffer: Einen „Neid“ will sie sich machen
Auf Neid ist mehr Verlass als auf Solidarität
Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger
Mein erster Eindruck von diesem „Privatroman“ im Inter-nett, der so gar nicht nett zu lesen ist: Dieser Neid ist ein Fass ohne Boden, etwas Un-Fass-Bares. Weiterlesen
Bärbe Lücke: (Nicht-)Erzählen im „Wurmloch“ der Zeit
Zu Elfriede Jelineks Internet-Roman Neid
„Wissen Sie, daß ich mit den Sieben Todsünden aufgewachsen bin? Invidia zum Beispiel, der Neid. Da war dieser Tisch. Aber eine änliche Figur war sogar auf mein Tellerchen gemalt, und ich aß vom Neid und aß und aß. Bis heute. Dabei war das Bild eine Fälschung.[…] Mit der Kopie einer Kopie, so fing alles an. Ist das nicht komisch?“ Weiterlesen
Claudia Dürr u. Tasos Zembylas: Sichtbares und sichtbar Machbares
Zu einigen Möglichkeiten des Mediums Internet für die Literatur
Ohne zu wissen, welche Absichten und Erwartungen Elfriede Jelinek mit der kapitelweisen Veröffentlichung ihres Romans Neid auf ihrer Homepage hegt und wie sich die Interaktion zwischen Autorin und LeserInnen in den nächsten Wochen entwickeln wird, möchten wir antizipativ einige Aspekte und Fragen betreffend des Publikationsmediums Internet diskutieren. Weiterlesen
Hans Jürgen Rabko: Die letzten Tage der Menschheit
Es wird jetzt so viel über diesen Todesmarsch geklagt, nein, wird es nicht, kennen Sie den schon? […] Da waren 150 österr. Gemeinden samt Gemeindeämtern, wo die Gemeinde auf den Punkt gebracht wird, auch heute noch, und dort blieben Erschossene und vor Erschöpfung Verstorbene erst mal zurück, aber es blieben immer noch welche übrig, also was tun? (Neid 1,19) Weiterlesen
Sead Muhamedagic: Denkfragment
Bevor ich Elfriede Jelinek als Leser und später auch als Übersetzer begegnete, hörte ich oft ihre Stellungnahmen im Radio und las Interviews, in denen sie alle möglichen Themen des aktuellen Alltags eigenartig kommentierte. Obgleich sie sich dabei relativ einfach ausdrückte, konnte ich schon auf Grund der Pointierung feststellen, daß auch in solchen Situationen eine Literatin am Werk ist. Im Herbst 1995 kaufte ich mir ihren damals erst unlängst erschienenen Roman Die Kinder der Toten. Über ihre früheren Werke war ich zwar gut informiert, aber als Leser befand ich mich in einem echten Neuland. Weiterlesen
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