Anna Luif: Von Schein und Sein. Elfriede Jelineks essayistische Verarbeitung von Personen des öffentlichen Diskurses

Diplomarbeit

Elfriede Jelinek, die seit dem Skandal um ihr Theaterstück Burgtheater (1985) von Teilen der Öffentlichkeit als „Nestbeschmutzerin“ diffamiert wird, setzt sich auch in ihren digitalisierten Essays kritisch mit Personen des öffentlichen Diskurses auseinander. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit 25 dieser Essays, welche auch auf der Elfriede Jelinek Homepage veröffentlicht wurden, und untersucht speziell die Konstruktion der drei meistbehandelten Personen, nämlich Jörg Haider, Karl-Heinz Grasser und Maria Fekter. In ihren Essays konstruiert die Autorin „Sprach-Figuren“, die auf verschiedene Personen des öffentlichen Diskurses verweisen. Drei Verfahren werden dabei intensiv bedient: 1) sprachliche Verfahren, 2) intertextuelle Verweise und 3) Verweise zum Katholizismus. Einerseits werden die bearbeiteten Personen durch Jelineks Figurenkonstruktion kritisch beleuchtet und verschiedene Handlungen, Aussagen und Charakteristika treten an die Oberfläche der Diskussion. Andererseits ist auch eine Solidarisierung mit bestimmten Personen des öffentlichen Diskurses in den Essays spürbar. Der abstrakte Œuvre-Autor, welcher in den Texten meist aus der „Ich-Position“ spricht, reflektiert auch die Position der bearbeiteten Personen im medialen Diskurs. In den Texten wird eine kritische Position gegenüber den Medien eingenommen, da sie durch ihre suggerierte Authentizität die Grenzen zwischen Sein und Schein verschwimmen lassen. Dieser mediale Machtdiskurs gemeinsam mit der Frage „Wer spricht?“ sowie die Positionierung zwischen Kritik und Stimmgebung bilden den Kern dieser Diplomarbeit.

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Gerhard Prügger: „Spielend in den Untergang“. Das Motiv der KlavierspielerInnen in der österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts am Beispiel der Romane „Die Klavierspielerin“ von Elfriede Jelinek und „Der Untergeher“ von Thomas Bernhard

Diplomarbeit

In der österreichischen Literatur lässt sich im Laufe des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Texten immer wieder die Figur des Klavierspielers, der Klavierspielerin ausmachen, die in ihrer Darstellung mit Motiven und Themen wie Disziplin, Kontrolle, Wahnsinn, Gewalt, Sexualität, Tod bzw. Suizid in Verbindung gebracht werden. Somit liegt nahe, dass diese Figuren mehr als nur einen additiven und charakterisierenden Zug in diesen Texten darstellen. Die zentrale Fragestellung der Arbeit ist, ob sich diese Figur des Klavierspielers, der Klavierspielerin, als eigenständiges Motiv feststellen lässt, und wie sich dieses Motiv zusammensetzt. Weiterlesen

Teresa Kovacs: Drama als Störung. Elfriede Jelineks Konzept des Sekundärdramas

Dissertation

Abstract

Elfriede Jelinek veröffentlichte 2010 auf ihrer Homepage den kurzen Essay Anmerkung zum Sekundärdrama, in dem sie auf ihre neu entwickelten Textform des Sekundärdramas eingeht und deren zentrale Charakteristika beschreibt. Bislang verfasste Jelinek zwei Sekundärdramen: Abraumhalde (2009) zu Gotthold Ephraim Lessings Nathan der Weise und FaustIn and out (2011) zu Johann Wolfgang von Goethes Urfaust. Jelineks Sekundärdramen stellen in doppelter Hinsicht Bezug zu den Primärtexten her, indem sie einerseits Zitate daraus aufgreifen und andererseits an die Vorlagen gebunden sind, d.h. nur gemeinsam mit diesen inszeniert werden sollen.

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Delphine Klein: Dissertationsprojekt „La récriture des classiques. Goethe et Schiller dans la production dramatique récente d’Elfriede Jelinek“

Dissertation

Abstract

Der ikonoklastische und äußerst intertextuelle Schreibstil Elfriede Jelineks stellt eine wahre Fundgrube für die wissenschaftliche Forschung dar, welche sich bevorzugt mit dem sorgfältigen und gründlichen Studium von intertextuellen Verweisen beschäftigt. Jedoch steigert sich die „Dialogizität“ ihrer Texte in der neueren dramatischen Produktion, in Stücken, die als „Neubearbeitungen/Neuschreibungen“ von deutschsprachigen Klassikern erscheinen. Weiterlesen

Hadil Abdelhamid Abdelsamad: Die Darstellung der Gewalt in ausgewählten Werken Elfriede Jelineks

Diplomarbeit

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung der Gewalt in Elfriede Jelineks Romanen Die Klavierspielerin, Die Liebhaberinnen und Neid. In der Arbeit werden verschiedene Gewaltformen präsentiert und in den ausgewählten Werken herausgearbeitet. Außerdem werden in Bezug auf den Roman „Die Klavierspielerin“ der „Masochismus“ und die „Borderline Symptomatik“ näher betrachtet. Die Themen Weiblichkeit und Sexualität spielen ebenfalls in den ausgewählten Werken eine große Rolle und werden in der Arbeit in Bezug auf die Gewalt hervorgehoben. Besonders wichtig ist auch die Interpretation der Sprache Jelineks in den ausgewählten Werken, die die Darstellung der Gewalt präsentiert.

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Ulrike Haidacher: „Wer nicht sehen kann, muß hören.“ Das frühe Hörspielschaffen Elfriede Jelineks im Kontext des Neuen Hörspiels

Diplomarbeit

Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, Elfriede Jelineks erste vier Hörspiele „Wien West“, „wenn die sonne sinkt ist für manche auch noch büroschluß“, „Untergang eines Tauchers“ und „Für den Funk dramatisierte Ballade von drei wichtigen Männern sowie dem Personenkreis um sie herum“ gattungstheoretisch zu kontextualisieren und in Hinblick auf ihre Hörbarkeit zu untersuchen. Weiterlesen

Lena Lang: „Wir verbreiten das Wort des Vaters gern in den Kanälen des Vaterlands“. Eine gender- und raumperspektivische Untersuchung zu Elfriede Jelineks „Im Verlassenen“

Universitäre Arbeit

„Im Verlassenen“ wird von Elfriede Jelinek unter der Rubrik „zu Österreich“ auf ihrer Internetseite als unmittelbare Reaktion auf die mediale Diskussion des Inzest-Falls von Amstetten im Jahr 2008 veröffentlicht. In diesem Fall offenbart sich ein Bild von Österreich, welches Jelinek schon zuvor in ihren literarischen Texten entworfen hat, hier in der Verknüpfung mit einem realen Fall. Weiterlesen

Heidrun Siller: Gewebtes ohne Gewicht? Elfriede Jelineks „Neid. Privatroman“ und die Ar-beit an einer Geschichtsphilosophie im Angesicht des

Universitäre Arbeit

Die vorliegende Untersuchung sollte in verschiedenen Facetten auf die politische Dimension einer literarisch verhandelten Geschichtsphilosophie aufmerksam machen. Dabei wurde ein Hauptaugenmerk auf die theoretische Basis gelegt, um den Diskurs sowohl in der Narrativik, in der Thematik als auch in der Medialität des Romans Neid freizulegen. In allen Bereichen konnte aufgezeigt werden, dass dem Werk spezifische Mittel und Strategien inhärent sind, die es erlauben, die übergeordnete Thematik der Geschichtlichkeit als Funktion im Gesamtgefüge zu eruieren. Weiterlesen

Ester Saletta: NIKETA STEFA: „Die Entgegensetzung in Hölderlins Poetologie“

Niketa Stefas Band legt in vier Bänden den Akzent auf die logisch-konstruktive Funktion der Entgegensetzung im Bewusstwerdungsprozess des Ich im Werk Hölderlins. In den ersten drei Kapiteln nähert sich Stefa mit einem theoretisch-methodologischen Ansatz dem philosophisch-poetologischen Konzept der contradictio oppositorum, während sie im vierten Kapitel Überschneidungen und Abweichungen zwischen Hölderlins Lyrik und der theatralischen Prosa Elfriede Jelineks analysiert. Weiterlesen