Ester Saletta: Jelineks „Prinzessinnendramen I-IV“ als unmärchenhafte Allegorie eines tödlichen Ichbewusstseins

Wie auch Bärbel Lücke in ihrer Untersuchung Jelineks Gespenster. Grenzgänge zwischen Politik, Philosophie und Poesie pointiert hat, „persifliert, vermischt und verflechtet“ Elfriede Jelinek „Zeitgeschichtliches und Mythisches, Medial-Triviales und Philosophisches“ so dass diese zunächst zu „Motiv- und Metaphernsträngen§ und dann zu einem Gesamtkontext werden. Auch Jelineks Trilogie der ersten drei Prinzessinnendramen ist in dieser Methodik entstanden. Weiterlesen

Jörg Pottbeckers: „Man soll den Text überhaupt nicht ausdrucken“. Medialer Übergang und narratives Identitätsspiel in Elfriede Jelineks Internetroman „Neid“

Im Jahre 2007 publizierte Jelinek mit „Neid“ ihren bis heute letzten Roman. Erstaunlich – nicht nur in ökonomischer Hinsicht – war hier dran, dass die Literaturnobelpreisträgerin diesen Text ausschließlich online veröffentlichte, ja sogar explizit dazu aufforderte, den Roman nicht auszudrucken, sondern lediglich online (oder auf dem Handy bzw. E-book) zu lesen. Ausdrucken, so Jelinek, sei „Papierverschwendung“, denn ‚Neid’ „gehört nicht auf Papier, er gehört in den Computer hinein, dort habe ich ihn hineingestellt, dort habe ich ihn deponiert, dort kann er in Ruhe verderben wie Müll“. Weiterlesen

Sabine Perthold: La Tourneuse de Pages

Die Entwicklung zeichnete sich bereits in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts ab: Unter dem Aspekt des „Sichtbarmachens“ entstanden 1999 erste Literatur-Plattformen wie ampool.de. – heute die Adresse eines Internet-Shops. Von „Intertextualität“ und „Dialogizität“ war die Rede. Mit diesen beiden von der Internet-Generation eingeforderten Begriffen spielte Elfriede Jelinek bereits 1970. In der „Gebrauchsanweisung“ für ihre Montage-Prosa wir sind lockvögel baby! appelliert sie an ihre Leserschaft: „Sie sollen die untertitel auswechseln. Weiterlesen

Stefanie Kaplan: „Und das Wort ist Fleisch geworden“ – Katholizismus im Werk von Elfriede Jelinek

Seminararbeit

Wie viele österreichische AutorInnen ist auch Elfriede Jelinek vom Katholizismus geprägt worden. Diese Prägung findet ihren Ausdruck auch im Werk der Autorin. Jelinek verarbeitet in ihren Texten Zitate und Motive aus Bibeltexten, Gebeten und liturgischen Texten, sie nimmt Bezug auf Dogmen, Rituale und Kunstwerke des Katholizismus und thematisiert die Machtstrukturen der römisch-katholischen Hierarchie. Weiterlesen

Elisabeth Klar: Reflexionen über „Le poulet du dimanche“ von Sylvie Fontaine, „Lust“ von Elfriede Jelinek und das Lachen bei Julia Kristeva

Le poulet du dimanche von Silvie Fontaine und Lust von Elfriede Jelinek haben auf den ersten Blick gemeinsam, dass sie (stereo-)typisierte und generell destruktive Paar- und Familiendynamiken beschreiben, in denen die einzelnen Geschlechter in ihren jeweils relativ fixen Rollen gefangen bleiben. Weiterlesen

Adrian Flückiger: „Und Sie, und Sie fallen und Sie fallen auch…“ – Untersuchung der Mythendekonstruktion in Elfriede Jelineks „Das Werk“ (Universität Bern)

Masterarbeit

Einleitung

2002 erschien im Berlin Verlag die Trilogie In den Alpen. Die darin enthaltenen Stücke In den Alpen, Der Tod und das Mädchen III und Das Werk sind laut Jelinek Stücke über „Natur, Technik und Arbeit“ – sie alle handeln von „Katastrophen oder dem Gegenteil von Katastrophen, dem Bau, dem Aufbau“. In dem Stück Das Werk, das Gegenstand dieser Arbeit ist, erinnert Jelinek an die schreckliche Geschichte des Kraftwerkbaus in Kaprun, bei dem zahlreiche fremde Zwangsarbeiter ums Leben kamen. Sie holt die Toten wieder aus dem Boden (oder aus dem Beton) und unternimmt so den Versuch, das unschuldige, harmonische und letztlich ahistorische Bild, das der Mythos Kaprun vermittelt, zu zerstören. Weiterlesen

Stefanie Kaplan: „Machen Sie was Sie wollen“. Wolken.Heim als Rohstoff

(Schlusswort des Vortrags)

Am Beispiel Wolken.Heim. konnte gezeigt werden, dass das Potential von Jelineks Texten gerade im Verzicht auf die dramatische Form liegt. Die Herausforderung, die die Vielstimmigkeit und Mehrdeutigkeit des Rohstoffs Wolken.Heim. darstellen, richtet sich gleichermaßen an die „ÜbersetzerInnen“, die den Rohstoff auf die Bühne oder in andere Medien transformieren, wie auch an die Rezipienten dieser „Übersetzungen“. Weiterlesen

Isabel Brumann: Wirkliche Wirklichkeit in „Michael. Ein Jugendbuch für die Infantilgesell-schaft“

Seminararbeit

Die vorliegende Arbeit erörtert Michaels Aufbau und Absicht und konzentriert sich auf Jelineks Dekonstruktion der Wirklichkeit, denn sie, so wird ersichtlich, ist der Schlüssel. Nach einem einleitenden Teil, der die Diskussion um Wirklichkeit gegenüber dem philosophischen Diskurs abgrenzt und den Fokus auf die Literaturwissenschaft lenkt, zeigt ein zweiter Teil, wie Jelinek den klassischen Wirklichkeitsbegriff, sowie sonstige klassische Romankonventionen in Michael auflöst. Weiterlesen

Teresa Kostka: Ingeborg Bachmanns Roman „Malina“ als Drehbuch und Film – ein Vergleich

Universitäre Abschlussarbeit

Der einzige zu Lebzeiten von Ingeborg Bachmann veröffentlichte Roman Malina ist ein äuβerst kompliziertes Werk. Der Roman gilt als Einführung zu Bachmanns „Todesarten“-Projekt, das zum Werk ihres Lebens werden sollte. Wegen des plötzlichen Todes der Autorin wurde es jedoch nicht realisiert. Um die Komplexität des Werkes völlig zu verstehen, muss man den allgemeinen Charakter Bachmanns Literatur andeuten, was im ersten Kapitel der vorliegenden Arbeit der Fall ist. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das literarische Werk in einen Film verwandelt wurde. Weiterlesen