Johannes Mathä: Fortschreibung des antiken Botenberichts in Elfriede Jelineks „Rechnitz (Der Würgeengel)“

Diplomarbeit

In vielen Werken Elfriede Jelineks beruft sich die Autorin auf Themen, Motive und Texte der griechischen und römischen Antike. Vor allem in den Theaterstücken kann man die Rezeption antiker Stoffe immer wieder beobachten. Der Dramentext Rechnitz (Der Würgeengel) sticht dabei besonders heraus, weil dieses Theaterstück nicht nur durch Textzitate aus verschiedenen griechischen und römischen Quellen (z.B. Die Bakchen von Euripides) einen Bezug zur Antike herstellt. Weiterlesen

Moira Mertens: Untote Erinnerung. Medienästhetische Analyse der Erinnerungskonzeptionen der Shoa in Elfriede Jelineks Roman „Die Kinder der Toten“ und den neueren Dramen

Dissertation

Abstract

Im Roman Die Kinder der Toten spitzt Elfriede Jelinek ihre Ästhetik des Untoten zu, wenn sie die Wiederkehr der Shoah-Opfer imaginiert und eine Vermengung untoter Toten mit den Lebenden zum Kernthema macht. In Jelineks literarisch- poetologischen Diskurs-‚Gespinsten‘ erscheint als Ursache für diese Vermengung die Erinnerung selbst sowie das Gedenken an den Faschismus und den Antisemitismus.
In der Dissertation wird Jelineks fiktiver Behauptung einer Gefährdung der Lebenden durch eine Wiederkehr der Toten nachgegangen. Gezeigt werden soll an den Romanen Die Kinder der Toten und Neid, an den darauffolgenden Dramen Stecken, Stab und Stangl, Rechnitz (Der Würgeengel), Babel und Bambiland wie Jelinek die Erinnerung der Shoah als auch das Gedenken an die Toten als Problem unserer Kultur darstellt. Die Autorin wendet dabei ein Verfahren an, das als ‚diskursive Dekonstruktion‘ beschrieben werden könnte. Durch assoziative Sprachspiele bearbeitete Zitate aus der Gegenwart bis zur Antike erzeugt sie vielstimmige Textmontagen, welche die gegenwärtigen Diskussionen zur Erinnerungskultur in ihrer historischen Verwurzelung zeigen und in denen die Klage eines kulturellen Mangels der Mediengesellschaft erhoben wird. Auf diese Weise wird die Erinnerung im Echo-Zitat und in der sprunghaften Assoziation zum ästhetischen Mittel, das durch sich selbst Aussagen und Botschaften generiert. Aufgrund Jelineks Schreibverfahren bietet sich als Methode eine diskursanalytische Untersuchung ihrer Texte an, die auch die medienästhetischen Voraussetzungen ihrer Literatur miteinbezieht. Zum Thema der Erinnerung sollen kulturwissenschaftliche Untersuchungen herangezogen werden, wie sie von Hartmut Böhme oder Karl-Josef Pazzini unternommen werden. Ziel der Dissertation ist es, das Thema der kulturellen Erinnerung in und mit Jelineks Texten zu untersuchen. Insofern soll die literaturwissenschaftliche Analyse aus einem poetologischen Teil und einer Analyse der inhaltlichen Aspekte ihrer Texte bestehen.

Informationen zu Moira Mertens

Ester Saletta: Jelineks „Prinzessinnendramen I-IV“ als unmärchenhafte Allegorie eines tödlichen Ichbewusstseins

Wie auch Bärbel Lücke in ihrer Untersuchung Jelineks Gespenster. Grenzgänge zwischen Politik, Philosophie und Poesie pointiert hat, „persifliert, vermischt und verflechtet“ Elfriede Jelinek „Zeitgeschichtliches und Mythisches, Medial-Triviales und Philosophisches“ so dass diese zunächst zu „Motiv- und Metaphernsträngen§ und dann zu einem Gesamtkontext werden. Auch Jelineks Trilogie der ersten drei Prinzessinnendramen ist in dieser Methodik entstanden. Weiterlesen

Jörg Pottbeckers: „Man soll den Text überhaupt nicht ausdrucken“. Medialer Übergang und narratives Identitätsspiel in Elfriede Jelineks Internetroman „Neid“

Im Jahre 2007 publizierte Jelinek mit „Neid“ ihren bis heute letzten Roman. Erstaunlich – nicht nur in ökonomischer Hinsicht – war hier dran, dass die Literaturnobelpreisträgerin diesen Text ausschließlich online veröffentlichte, ja sogar explizit dazu aufforderte, den Roman nicht auszudrucken, sondern lediglich online (oder auf dem Handy bzw. E-book) zu lesen. Ausdrucken, so Jelinek, sei „Papierverschwendung“, denn ‚Neid’ „gehört nicht auf Papier, er gehört in den Computer hinein, dort habe ich ihn hineingestellt, dort habe ich ihn deponiert, dort kann er in Ruhe verderben wie Müll“. Weiterlesen

Sabine Perthold: La Tourneuse de Pages

Die Entwicklung zeichnete sich bereits in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts ab: Unter dem Aspekt des „Sichtbarmachens“ entstanden 1999 erste Literatur-Plattformen wie ampool.de. – heute die Adresse eines Internet-Shops. Von „Intertextualität“ und „Dialogizität“ war die Rede. Mit diesen beiden von der Internet-Generation eingeforderten Begriffen spielte Elfriede Jelinek bereits 1970. In der „Gebrauchsanweisung“ für ihre Montage-Prosa wir sind lockvögel baby! appelliert sie an ihre Leserschaft: „Sie sollen die untertitel auswechseln. Weiterlesen

Stefanie Kaplan: „Und das Wort ist Fleisch geworden“ – Katholizismus im Werk von Elfriede Jelinek

Seminararbeit

Wie viele österreichische AutorInnen ist auch Elfriede Jelinek vom Katholizismus geprägt worden. Diese Prägung findet ihren Ausdruck auch im Werk der Autorin. Jelinek verarbeitet in ihren Texten Zitate und Motive aus Bibeltexten, Gebeten und liturgischen Texten, sie nimmt Bezug auf Dogmen, Rituale und Kunstwerke des Katholizismus und thematisiert die Machtstrukturen der römisch-katholischen Hierarchie. Weiterlesen

Elisabeth Klar: Reflexionen über „Le poulet du dimanche“ von Sylvie Fontaine, „Lust“ von Elfriede Jelinek und das Lachen bei Julia Kristeva

Le poulet du dimanche von Silvie Fontaine und Lust von Elfriede Jelinek haben auf den ersten Blick gemeinsam, dass sie (stereo-)typisierte und generell destruktive Paar- und Familiendynamiken beschreiben, in denen die einzelnen Geschlechter in ihren jeweils relativ fixen Rollen gefangen bleiben. Weiterlesen